Gesunde Ernährung

Was ist das eigentlich, gesunde Ernährung? Geht’s hier nur um die Inhaltstoffe der Nahrungsmittel, die wir essen oder auch darum, wann wir was essen und überhaupt das ganze Drumherum? Ist es gesund, wenn die Zubereitung von gesunder Ernährung Stress verursacht? Ist es gesund, Dinge zu essen, die man nur isst, weil sie gesund sind obwohl sie einem überhaupt nicht schmecken und es eventuell sogar Überwindung kostet, sie zu essen?

Um es mal ganz klar zu sagen: ich versuche wirklich, mich gesund zu ernähren. Ich vermeide fertige Lebensmittel, koche frisch aus frischen, möglichst industriell unbearbeiteten Zutaten, vermeide weißes Mehl und Zucker. Aber trotzdem habe ich immer wieder Probleme mit der Beurteilung, ob das, was ich da tue, auch wirklich so gesund ist, wie ich glaube.

Der Großteil meines Familienzweiges, der aus Breslau stammt, ist übergewichtig. Natürlich sind nicht nur die Gene Grund dafür aber sicher zum Teil die Fähigkeit unserer Körper sich alles, was wir zu uns nehmen, im wahrsten Sinne des Wortes „einzuverleiben“. Nicht zuletzt das ist ein Grund, warum ich mich seit vielen Jahren bemühe, gesund zu leben. Ich bin drei- bis viermal die Woche im Fitness-Studio und versuche einfach, meinen Körper fit und gesund zu halten. Das heißt für mich also wenig Fett, relativ wenig Kohlenhydrate (von den guten wie Obst, Haferflocken, Quinoa usw. gibt’s aber immer eine Portion) und ausreichend Eiweiß.

Mit der Ernährung ist das leider nicht so einfach. Ich bin nämlich Hashimoto-Patient. Wer Hashimoto hat, sollte möglichst wenig Jodsalz zu sich nehmen. Und damit ist nicht nur die gelbe Pappschachtel mit dem Salz gemeint sondern auch viele Lebensmittel. Jodsalz steckt nämlich zum Beispiel auch in der Wurst, die wir beim Metzger kaufen, und, was ich fast noch schlimmer finde, im Seefisch. Denn damit entfällt für mich schon mal eine Eiweißquelle.

Soja fällt für mich als Eiweißquelle auch aus. Wer Hashimoto hat nimmt normalerweise ein entsprechendes Schilddrüsen-Medikament ein. Das aber wird von Soja „behindert“. Also noch eine Eiweißquelle weniger.

Was bleibt sind Fleisch, Eier und Hülsenfrüchte. Fleisch ist auch so eine Sache. Man weiß nie, wie viele Antibiotika man über das Fleisch zu sich nimmt. Und überhaupt sträubt sich so einiges in mir, wenn ich daran denke, wie sich die Fleischindustrie entwickelt hat. Schlimm genug schon, dass man von „Industrie“ spricht und von „Produktion“ wo es sich doch um lebende Tiere handelt. In meiner Kindheit gab es allerhöchstens zweimal die Woche Fleisch. Hält man sich an die derzeit bekannten Sport- und Ernährungsprogramme, dann isst man fast jeden Tag Fleisch oder Fisch.

Keine Chance für die Pfannkuchen mit Apfelmus, den Griesbrei, den Kirschenmichel, den Milchreis oder die Hefeklöße mit Pflaumenmus, die Bratkartoffeln mit Rührei und Tomatensalat usw.

Eier, ja Eier kann man mal essen. Aber auch nicht jeden Tag, denn so ein Ei hat ja auch ein Eigelb, das viel Cholesterin hat (ja, unsere Cholesterinwerte sind auch zu hoch, sogar bei meiner Tante, die von der Statur her eine Ausnahme in der Familie ist weil sie sehr schlank, um nicht zu sagen sehr dünn ist). Und nur das Weiße vom Ei essen, das ist extrem gewöhnungsbedürftig. Das wäre dann so was, was ich essen würde, weil’s eben gesund ist aber es schmeckt definitiv nicht. Keine Speise, die das hat, was Nahrung auch haben sollte: man sollte sie auch genießen können.

Hülsenfrüchte, das ist was, was man gut verwenden kann. Auch wenn man aufpassen muss, dass die Mahlzeit dann nicht gleich zu kalorienreich wird. Und die Wirkung von Hülsenfrüchten wie Bohnen kennen wir nicht erst seit dem Dschungelcamp.

So versuche ich also immer, darauf zu achten, dass mein Körper ausreichend Eiweiß bekommt. Aber es ist in der Tat nicht einfach. So einige Programme habe ich durchprobiert aber für mich leider immer noch nicht das optimale Ernährungsprogramm gefunden.

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